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Kantharos - Übersetzung Lektion 59 - Dichtung und Geschichtsschreibung (Aristoteles)

Deutlich ist aber aufgrund des Gesagten auch, dass nicht dies die Aufgabe des Dichters ist über das Geschehene zu berichten, sondern über das, was sein könnte und über das Mögliche gemäß der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit. Denn der Historiker und der Dichter unterscheiden sich nicht darin, dass sie entweder im Versmaß oder ohne Versmaß berichten. Es wäre nämlich möglich die Werke des Herodot ins Versmaß zu setzen und sie wären um nichts weniger irgendeine Geschichte mit Versmaß als [irgendeine Geschichte] ohne Versmaß, sondern in diesem liegt der Unterschied, dass der eine über das Geschehene berichtet, der andere aber über das, was geschehen könnte. Deshalb ist die Dichtung sowohl etwas philosophischeres als auch als auch etwas ernsteres als die Geschichte: Die Dichtung erzählt mehr das Allgemeine, die Geschichte aber das Einzelne. Das Allgemeine ist, dass es irgendeinem Menschen widerfährt irgendwelche solche Dinge zu sagen oder zu tun gemäß der Wahrscheinlichkeit oder der Notwendigkeit wonach die Dichtung strebt, obwohl sie Namen gibt: Das Einzelne aber ist das, was Alkibiades tat oder was er erlitt.

Kantharos - Übersetzung Lektion 58 - Ansprache an die Söldner (Xenophon)

Ihr Griechen, ich führe euch als Bundesgenossen nicht weil ich Mangel an Männern habe, sondern weil ich glaube, dass ihr tapferer und stärker seid als viele Nichtgriechen, deshalb habe ich euch hinzugeholt. Hoffentlich seid ihr Männer, die würdig der Freiheit sind, die ihr besitzt und für die ich euch für glücklich halte. Wisset nämlich gut, dass ich die Freiheit wählen würde, anstatt aller Dinge, die ich habe. Damit ihr aber auch wisst, in was für einen Kampf ihr zieht, werde ich [es] euch lehren, weil ich es weiß. Denn die Menge ist eine große und wird mit viel Geschrei heranmarschieren. Wenn ihr aber diese Dinge ertragt, glaube ich, dass ich mich auch für die anderen Dinge schämen muss, als welche ihr die in dem Land lebenden Menschen erkennen werdet. Wenn ihr aber richtige Männer seid und wenn mein Unternehmen gut gewesen ist, werde ich bewerkstelligen, dass der von euch, der nach Hause [weg]gehen möchte, [weg]gehen wird als ein bei den Menschen Bewunderter, ich glaube aber es zu bewerkstelligen, dass viele die Dinge [=ein Leben] bei mir wählen anstatt der Dinge zu Hause.

Kantharos - Übersetzung Lektion 57 - ΑΒΓΔςΖΗΟΙ

1 Der Würfel
6, 1, 5, 2, 3, 4 fällt der Würfel.

2 Auf einer Sonnenuhr
Sechs Stunden sind für die Mühen völlig hinreichend, die aber gezeigt werden nach ihnen mit Buchstaben sagen den Sterblichen: "Lebe!".

3 Der Zeustempel in Olympia (Pausanias)
Der Stil des Tempels aber ist zwar dorisch, das äußere aber ist mit Säulen umgeben. Er ist gemacht aus einheimischem Kalkstein. Seine Höhe bis zum Adler beträgt 68 Fuß, seine Länge aber beträgt 230 Fuß. Sein Baumeister aber war der einheimische Libon.

4 Trinkspruch
Gesund zu sein ist das Beste für einen sterblichen Mann,
das Zweitbeste ist, dass er schön wird im Hinblick auf seine Gestalt,
das Drittbeste aber ist ohne Betrug reich zu werden und
das Viertbeste mit den Freunden die Jugend zu verbringen.

5 Einladung
Herais bittet dich zu essen auf der Hochzeit ihrer Kinder morgen bei ihr zu Hause welcher ist der 5. Tag [=Donnerstag], ab der neunten Stunde.

Kantharos - Übersetzung Lektion 56 - Christentum – Judentum – Heidentum

1 Rein und Unrein (Matthäus)
Und nachdem Jesus die Menschenmasse zu sich herbeigerufen hatte, sagte er zu ihnen: "Hört zu und versteht. Nicht das, was in den Mund hineinkommt verunreinigt den Menschen, sondern das, was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Die Dinge aber, die aus dem Mund herauskommen, kommen aus dem Herzen und diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen, das Essen mit ungewaschenen Händen aber verunreinigt den Menschen nicht.

2 Massenhysterie (Lukas)
Wieder aber redete Pilatus ihnen zu, weil er Jesus freilassen wollte. Sie aber riefen dagegen und sagten: "Kreuzige, Kreuzige ihn!"

3 Aufforderung zum Gemeindedienst (Paulus)
Blicke auf den Dienst, den du im Herrn übernommen hast, damit du ihn erfüllst.

4.1 Rechtfertigung durch den Glauben (Paulus)
Da wir wissen, dass ein Mensch nicht aus den Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus, glauben wir auch an Jesus Christus, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Werken des Gesetzes, denn aus Werken des Gesetzes wird kein Fleisch gerechtfertigt werden.

4.2 Und die Heiden? (Paulus)
Nachdem aber die Schrift vorgesehen hatte, dass Gott die Heiden aus Glauben gerechtfertigt, hat er Abraham verheißen: "In dir werden alle Völker gesegnet werden".

Kantharos - Übersetzung Lektion 55 - Anekdotisches II

Pyrrhussieg (Plutarch)
Als aber Pyrrhus zweimal siegte, nachdem er mit den Römern zusammengestoßen war und er viele von den Freunden und Anführern verloren hatte, sagte er: "Wenn wir noch eine einzige Schlacht gegen die Römer gewinnen, sind wir verloren."

Die neue Waffe (Plutarch)
Nachdem Archidamos gesehen hatte, dass eine Wurfmaschine damals zum ersten Mal aus Sikelias herbeigebracht worden war schrie er auf: "Bei Herakles, die Tugend des Mannes ist verloren!"

Make the best of it (Plutarch)
Als Agesilaos noch ein Kind war und als die Gymnopaidia gefeiert wurde, stellte ihn der Regisseur an einen schlecht sichtbaren Platz [von dem aus man schlecht sah]: Der aber gehorchte, obwohl er schon zum König ernannt worden war und sagte: " Recht so! Denn ich werde zeigen, dass nicht die Orte die Männer geschätzt machen, sondern die Männer die Orte zur Schau stellen."

Land in Sicht (Diogenes Laertios)
Als irgendeiner lange las und nachdem er am Ende des Buches auf irgendetwas Ungeschriebenes gezeigt hatte, sagte Diogenes: " Seid guten Mutes, ich sehe Land!"

Wissen macht frei (Diogenes Laertios)
Als ihm irgendeiner den Sohn zur Ausbildung vorstellte, forderte Aristippos 500 Drachmen. Nachdem der aber gesagt hatte: "Für so viel Geld kann ich mir einen Sklaven kaufen!", sagte er: "Kauf dir einen und du wirst zwei haben."

Kantharos - Übersetzung Lektion 54 - Sokrates in Gedanken (Platon)

Als ihm irgendetwas eingefallen war, stand Sokrates ebendort seit Tagesanbruch, wobei er überlegte; und weil es ihm nicht vorwärts ging, ließ er nicht nach, sondern stand suchend da. Und schon war es Mittag und die Menschen bemerkten es und während sie sich über ihn wunderten sagte einer zum anderen dass Sokrates seit Tagesanbruch dastünde und sich mit irgendetwas beschäftigte. Teils aber schliefen irgendwelche von den Ioniern schließlich, als es Abend war und nachdem sie gegessen hatten, in der Kühle ein - denn es war damals Sommer- teils bewachten sie ihn, ob er auch die Nacht hindurch stehen bleiben würde. Der aber stand da bis es Morgen wurde und die Sonne aufging: Dann ging er eilig weg, nachdem er die Sonne angebetet hatte.

Kantharos - Übersetzung Lektion 53 - Solons Gesetzgebung (Aristoteles)

Weil aber die Ordnung im Staat derartig war und den Wenigen viele Sklaven gehörten, erhob sich das Volk gegen die Einflussreichen. Weil aber der Aufstand stark war und weil sie lange Zeit einander feindlich gegenübersaßen, wählten sie gemeinsam Solon als Archonten und Friedensstifter und überließen ihm die Staatsgewalt. Nachdem Solon aber Herr der Staatsgeschäfte geworden war, befreite er das Volk, indem er sowohl zum gegenwärtigen Zeitpunkt als auch in Zukunft verhinderte, Geld zu leihen auf die Körper [= Schuldknechtschaft] und er bewirkte die Tilgungen der Schulden, sowohl die [Tilgung] der eigenen als auch die [Tilgung] der öffentlichen [Schulden], die sie "abschütteln" nennen, weil sie sich die Schwere abgeschüttelt hatten.
Er richtete aber eine Verfassung ein, stellte andere Gesetze auf und hörte auf, die drakonischen Gesetze zu gebrauchen, außer den Blutgesetzen. Nachdem sie aber die Gesetze auf Pfeiler geschrieben hatten, stellten sie sie in die königliche Säulenhalle und alle schworen, dass sie sie gebrauchen würden. Indem die neun Archonten auf den Stein schworen, versicherten sie ein goldenes Standbild aufzustellen, für den Fall, dass sie irgendeines von den Gesetzen übertreten würden: Woher sie auch heute noch so schwören.

Kantharos - Übersetzung Lektion 52 - Teilung der Beute (Xenophon)

Infolgedessen aber teilte Kyros seinem Generalstab die Schätze aus, welche er aus Sardeis bekommen hatte. Und den Myriarchen gab er Auserwähltes, jedem Einzelnen gemäß seinem Verdienst, die anderen Schätze verteilte er. Und nachdem er jedem Einzelnen der Myriarchen den Anteil gegeben hatte, überließ er es ihnen auszuteilen, wie er selbst jenen ausgeteilt hatte. Die Archonten aber gaben die Schätze den Untergebenen, als letzte aber gaben die Gruppenführer sie den einfachen Soldaten. Und so hatten alle den gerechten Anteil bekommen. Nachdem sie aber das, was damals gegeben worden war, erhalten hatten, sagten irgendwelche einen über Kyros derartiges: "Sicher hat er selbst zumindest viel, da er zumindest auch jedem von uns so viel gegeben hat". Aber irgendwelche anderen von ihnen sagten: "Wie viele Schätze hat er? Der Charakter des Kyros ist nicht ein derartiger, dass er Geschäfte macht, sondern er freut sich mehr zu geben als zu nehmen."

Kantharos - Übersetzung Lektion 51 - Adler und Fuchs (Aisopos)

Ein Adler und eine Füchsin beschlossen nahe beieinander zu wohnen, weil sie sich miteinander anfreunden wollten. Und folglich baute der eine ein Nest, nachdem er auf irgendeinen Baum hinauf geflogen war, die andere bekam Junge, nachdem sie in das darunter liegende Gebüsch gekrochen war. Nachdem sie irgendwann einmal zur Nahrungssuche hinausgegangen war, verschlang der Adler aus Mangel an Nahrung mit seinen Jungen ihre Brut, nachdem er sie geraubt hatte. Als die Füchsin, nachdem sie zurückgekehrt war, das Geschehene erkannte, wurde sie nicht mehr wegen dem Tod der Neugeborenen betrübt als wegen der Unfähigkeit sich zu verteidigen. Nachdem sie sich deshalb weiter weg gestellt hatte, was allein dem Schwachen und Hilflosen übrig bleibt, verfluchte sie den Feind. Es ereignete sich aber für ihn [=den Adler], dass die Strafe für den Freundschaftsfrevel bald unvermerkt kam. Als nämlich irgendwelche Leute eine Ziege auf dem Feld opferten, trug er ein brennendes Stück Eingeweide von dem Altar weg: Nachdem es in das Nest gebracht worden war, entfachte der Wind, nachdem er heftig hineingefahren war, aufgrund des dünnen und alten Reisigs eine helle Flamme. Deshalb fielen die Jungen, nachdem sie verbrannten, auf die Erde. Und nachdem die Füchsin herbeigekommen war, verschlang sie sie alle im Anblick des Adlers.

Kantharos - Übersetzung Lektion 50 - Krieg um Tote (Lysias)

Nachdem Andrastos und Polyneikes gegen Theben ins Feld gezogen waren und im Kampf unterlegen waren und weil die Kadmäer nicht zuließen, die Leichnahme zu bestatten, baten die Athener sie, im Glauben dass jene, wenn sie irgendetwas Unrechtes getan hätten, durch ihren Tod die größte Strafe erhalten hätten und dass die Götter der Unterwelt das Ihrige nicht bekommen würden, und dass wenn die Heiligen Gebote verletzt würden, den Göttern der Oberwelt gefrevelt würde, und nachdem sie zuerst Boten geschickt hatten, die Bestattung der Leichnahme zu gewähren, weil sie glaubten, dass es die Aufgabe guter Männer sei, die Feinde als Lebende zu bestrafen und dass es die Aufgabe sei der Männer, die kein Selbstvertrauen haben, Mut zu zeigen an den Körpern der Gefallenen: Weil sie diese nicht bekommen konnten, zogen sie gegen sie ins Feld und obwohl früher keine Streitigkeit gegen die Kadmäer vorhanden war und sie nicht einmal den Lebenden von den Argivern gefällig sein wollten, sondern weil sie forderten, dass die im Krieg gefallenen die traditionelle Behandlung bekämen, gerieten sie gegen die einen im Interesse von beiden in Gefahr, im Interesse von den einen zwar, damit sie nicht mehr gegen die Götter übermütig seien indem sie sich gegen die Toten verfehlen; im Interesse der anderen aber, damit sie nicht früher in ihr Land zurückkehren, wenn sie die traditionelle Ehre nicht erlangt hätten, des griechischen Gesetzes beraubt worden wären und die gemeinsame Hoffnung verfehlt hätten.
Nachdem sie diese Dinge bedacht hatten und weil sie die Schicksale im Krieg für etwas allen Menschen gemeinsames hielten und obwohl sie sich zwar viele Feinde erwarben, das Gerechte aber als Bundesgenossen hatten, siegten sie im Kampf.

Kantharos - Übersetzung Lektion 49 - Einladung zum Symposion (Platon)

Aristodemos sagte nämlich, dass ihm Sokrates begegnet sei, gewaschen und die Sandalen umgebunden, was jener selten tat, dass er ihn gefragt habe, wohin er so schön hergerichtet gehen würde und dass der gesagt habe: "Zum Gastmahl zu Agathon. Gestern nämlich mied ich ihn bei der Siegesfeier, weil ich die Menschenmasse fürchtete. Ich habe aber zugesagt, für heute anwesend zu sein. Deswegen also habe ich mich fein gemacht, damit ich als Schöner zu einem Schönen gehen kann. "Aber du", sagte der "wie stehst du dazu uneingeladen zum Essen mitzukommen?" Er sagte: "Ich sagte, so wie auch immer du befiehlst". "Folge also", sagte er, " damit wir auch das Sprichwort zugrunde richten, indem wir es verändern dass also
auch die Guten aus eigenem Antrieb zu den Mählern bei Agathon gehen werden. Schau also, indem du mich mitbringst, wie du mich verteidigen willst, weil ich nicht zustimmen werde, uneingeladen gekommen zu sein, sondern [nur] als von dir geladener". Er sagte "Während wir zu zweit des Wegs gehen, werden wir beraten, was wir sagen werden, aber lass uns gehen."

Kantharos - Übersetzung Lektion 48 - Vox populi vox dei? (Platon)

S: Achtet ein Mann, der trainiert, auf das Lob, den Tadel und die Meinung jedes Mannes oder auf das Lob, den Tadel und die Meinung eines jenen allein, der gerade Arzt oder Trainer ist?

K: [Auf das Lob, den Tadel und die Meinung] eines jenen allein.

S: So also muss er handeln, trainieren und zumindest essen und trinken wie es dem einen gut scheint, dem Leiter und Fachmann, mehr wie es allen anderen zusammen gut scheint.

K: So ist es.

S: Nicht also, mein Bester, dürfen wir uns so sehr darum kümmern, was die Mehrzahl sagen wird, sondern was der Fachmann über das Gerechte und Ungerechte sagen wird, der eine und die Wahrheit selbst.

K: Du sprichst wahres.

S: Aber, wunderlicher, diese Argumentation, die wir behandelt haben, scheint mir wenigstens noch ähnlich zu sein wie früher: Und diese Argumentation aber prüfe erneut, ob sie für uns besteht oder nicht, dass man nicht das Leben am höchsten schätzen darf, sondern das gute Leben?

K: Ja, sie besteht.

S: Das gute, schöne und gerechte Leben aber, dass es dasselbe ist, besteht es oder besteht es nicht?

K: Es besteht.

S: Folglich muss man dieses aufgrund des übereinstimmend Festgestellten prüfen, ob es gerecht oder nicht gerecht ist, dass ich versuche, von hier zu fliehen, wenn die Athener mich nicht freilassen. Und wenn es zwar gerecht scheint, wollen wir es versuchen, wenn aber nicht, lassen wir es!

Vox populi vox dei? (Platon)
S: Achtet ein Mann, der trainiert, auf das Lob, den Tadel und die Meinung jedes Mannes oder auf das Lob, den Tadel und die Meinung eines jenen allein, der gerade Arzt oder Trainer ist?
K: [Auf das Lob, den Tadel und die Meinung] eines jenen allein.
S: So also muss er handeln, trainieren und zumindest essen und trinken wie es dem einen gut scheint, dem Leiter und Fachmann, mehr wie es allen anderen zusammen gut scheint.
K: So ist es.
S: Nicht also, mein Bester, dürfen wir uns so sehr darum kümmern, was die Mehrzahl sagen wird, sondern was der Fachmann über das Gerechte und Ungerechte sagen wird, der eine und die Wahrheit selbst.
K: Du sprichst wahres.
S: Aber, wunderlicher, diese Argumentation, die wir behandelt haben, scheint mir wenigstens noch ähnlich zu sein wie früher: Und diese Argumentation aber prüfe erneut, ob sie für uns besteht oder nicht, dass man nicht das Leben am höchsten schätzen darf, sondern das gute Leben?
K: Ja, sie besteht.
S: Das gute, schöne und gerechte Leben aber, dass es dasselbe ist, besteht es oder besteht es nicht?
K: Es besteht.
S: Folglich muss man dieses aufgrund des übereinstimmend Festgestellten prüfen, ob es gerecht oder nicht gerecht ist, dass ich versuche, von hier zu fliehen, wenn die Athener mich nicht freilassen. Und wenn es zwar gerecht scheint, wollen wir es versuchen, wenn aber nicht, lassen wir es!

Kantharos - Übersetzung Lektion 47 - Allzu skeptisch? (Platon)

S: Auch jetzt weiß ich zwar nicht von der Tugend, was sie ist, du aber freilich wusstest es vielleicht früher, bevor du mit mir in Berührung kamst; jetzt freilich bist du einem Nichtwissenden gleich. Dennoch will ich mit dir prüfen und untersuchen, was es denn eigentlich ist.
M: Und auf welche Weise willst du dieses suchen, Sokrates, von dem du überhaupt nicht weißt, was es ist? Oder wenn du es auch möglichst gut träfest, wie willst du wissen, dass es dieses ist, was du nicht wusstest?
S: Ich begreife, was du sagen willst, Menon. Siehst du, wie du eine Streitrede einführst, dass es dem Menschen als nicht möglich ist zu suchen, weder was er weiß noch was er nicht weiß? Denn weder würde er suchen, was er wenigstens weiß - er weiß es nämlich und es bedarf für einen Derartigen keiner Untersuchung - noch was er nicht weiß, denn er weiß nicht einmal was er suchen soll.
M: Dir scheint diese Rede gut gehalten worden zu sein, nicht wahr Sokrates?
S: Mir zumindest nicht.

Kantharos - Übersetzung Lektion 46 - "Ganz verzaubert" (Platon)

Nachdem Protagoras so viele und derartige Dinge aufgezeigt hatte, beendete er die Rede.
Und ich blickte verzaubert noch lange Zeit zu ihm hin, als ob ich irgendetwas sagen würde, weil ich begehrte ihn zu hören. Als ich aber bemerkte, dass er tatsächlich aufhörte, sagte ich, indem ich Hippokrates anschaute: "Kind des Apollodoros, wie dankbar bin ich dir, dass du mich angeregt hast hierher zu kommen. Denn ich schätze es sehr, gehört zu haben, was ich von Protagoras gehört habe. Ich glaubte nämlich in früherer Zeit, dass es keine menschliche Bemühung gäbe, durch welche die Guten gut werden. Jetzt aber bin ich überzeugt.

Kantharos - Übersetzung Lektion 45 -Rechtsstreit um Worte (Lysias)

Theomnestes nämlich sagte in jenem Prozess, dass ich meinen eigenen Vater getötet hätte.
Dass ich es nicht getan habe ist klar: Ich war nämlich 12 Jahre alt, als mein Vater von den 30 getötet wurde. Und es scheint mir schändlich zu sein, den, der diese Dinge über meinen Vater sagte, der sowohl für euch als auch für die Stadt so viel wert gewesen ist, nicht zu bestrafen.
Vielleicht aber wird er sagen, dass es nicht zu den verbotenen Dingen gehört, wenn irgendeiner sagt, dass er den Vater getötet habe, dass das Gesetz nämlich diese Dinge nicht untersagt, sondern nicht zulasse "Menschenmörder" zu sagen. Ich aber glaube, dass es nötig ist nicht über die Begrifflichkeiten mit jemandem zu streiten. Wer irgendwelche tötet, ist auch ein Mörder und wer der Mörder von irgendjemand ist, hat diesen auch getötet. Denn es wäre viel Arbeit für den Gesetzgeber alle Begrifflichkeiten aufzuschreiben, die dieselbe Bedeutung haben, aber wenn er über eine spricht, macht er alle klar. Lysitheos klagte dich an, Theomnestes, indem er sagte, du habest den Schild fallen lassen. Dennoch steht im Gesetz zwar nichts über das Wegwerfen geschrieben, falls aber einer behauptet, den Schild weggeworfen zu haben, befiehlt es 500 Drachmen zu bezahlen.
Und das Gesetz Solons sagt: "Der Fuß soll fünf Tage lang in die Fußfessel gebunden werden, wenn die Heliaia es zusätzlich beantragt. Diese Fußfessel ist, Theomnestes, was man heute
"in das Holz binden" nennt. Wenn also der Gefesselte die Elf anklagte, dass er nicht in die Fußfessel gebunden worden war, sondern in das Holz, könnten sie ihn nicht für dumm halten?
Habt also kein Verständnis, ihr Gerichtsmänner, für einen, der übermütig ist und gegen die Gesetze spricht und zwar im Hinblick auf einen Mann, der viele Feldzüge geführt hat, der mit euch viele Gefahren durchgestanden hat und weder in die Gewalt der Feinde geraten ist, noch euch Rechenschaft schuldete; der 67 Jahre alt wurde. Es ist es aber wert, für ihn zornig zu werden: In welch schlechteren Ruf als diesem könnte er nämlich stehen, wenn er, von den Feinden getötet, sich nachsagen lassen müsste, von den eigenen Kindern getötet worden zu sein, dessen Denkmäler der Tugend bei euren Heiligtümern aufgestellt sind.

Kantharos - Übersetzung Lektion 44 - Der Zeus des Pheidias (Pausanias)

Der Gott also, der aus Gold und Elfenbein gemacht ist, sitzt auf einem Thron. Ein Kranz aber liegt auf seinem Kopf, der Zweige des Olivenbaums nachahmt. In der Rechten trägt er die Nike, in der Linken des Gottes aber ist ein Szepter, das mit allerlei Metallen verziert ist. Der Vogel aber, der auf dem Szepter sitzt, ist ein Adler. In das goldene Gewand sind kleine Tiere und Lilien eingearbeitet. Der Thron aber ist zwar bunt durch Gold und Steine, bunt aber sowohl durch Ebenholz als auch durch Elfenbein, und Bilder sind auf ihm eingearbeitet.
Auf jedem der beiden vorderen Füße liegen Kinder der Thebaner, die von Sphingen geraubt wurden. Auf den Leisten, die zwischen den Füßen sind, ist die Abteilung, die mit Herakles gegen die Amazonen kämpfte, aber auch Theseus ist bei den Bundesgenossen aufgestellt.
Die Schranken bieten Bilder des Panainos dar. Auf ihnen aber tragen zwei Hesperiden die Äpfel, von denen gesagt wird, dass die Bewachung ihnen überlassen wurde. Panainos war also der Bruder des Pheidias und es gibt von ihm auch ein Werk, das mit der Schlacht in Marathon gemalt ist, in der Stoa Poikile. Über den Kopf des Abbildes wurden von Pheidias Chariten und Horen gemacht. In den Epen ist gesagt, dass auch diese nämlich Töchter des Zeus sind.

Kantharos - Übersetzung Lektion 43 - Freudiger Kunde

Bote: "Dürfte ich also von euch erfahren, o Gastgeber, wo der Palast des Tyrannen Ödipus ist? Beschreibt ihn sehr genau, wenn ihr wisst, wo." Choros: "Das sind seine Häuser, und er ist drinnen, o Gastfreund: Und das ist seine Frau, die Mutter seiner Kinder." Bote: "Aber sie sei ewig sowohl gesegnet als auch mit gesegneten zusammen, wenn sie freilich seine rechtmäßige Gattin ist." Iokaste: "Ebenso aber auch du wenigstens, o Freund, weil du nämlich eine freundliche Begrüßung wert bist. Aber sage, was du brauchtest, als du ankamst und was du befehlen willst." Bote: "Gutes sowohl für deine Häuser als auch für deinen Gatten, Frau." Iokaste: "Was für Dinge sind es? Von wo bist du angekommen?" Bote: "Aus Korinth. Über die Geschichte, welche ich bald erzählen werde, mögest du dich freuen, wie aber nicht? Du aber mögest vielleicht traurig sein." Iokaste: "Was aber ist es? Welche so doppelte Kraft hat es?" Bote: "Als Tyrannen werden die Einwohner des isthmischen Landes ihn aufstellen, wie es dort gesprochen wurde." Iokaste: "Was aber? Ist nicht mehr der alte Mann Polybos an der Macht?" Bote: "Nicht wahr, nachdem ihn der Tod um Grab hält."

Kantharos - Übersetzung Lektion 42 - Homo homini lupus? (Platon)


Anfangs wohnten die Menschen zerstreut, Städte aber gab es nicht. Sie wurden also von den Tieren vernichtet, weil sie in jeder Hinsicht schwächer waren als sie und die handwerkliche Kunst ihnen eine geeignete Hilfe für die [Beschaffung der] Nahrung, für den Krieg gegen die Tiere aber dürftig war: Denn sie hatten die politische Fähigkeit noch nicht, von der ein Teil die kriegerische ist. Also versuchten sie, sich zu versammeln und sich zu retten, indem sie Städte gründeten: Jedes mal also, wenn sie sich versammelten, taten sie einander Unrecht, weil sie die politische Fähigkeit nicht hatten, so dass sie wieder vernichtet wurden, weil sie sich zerstreuten. Weil Zeus also hinsichtlich unserer Gattung fürchtete, dass sie zugrunde ginge, schickte er Hermes um die Menschen zu Achtung und Recht zu führen, damit sie Ordnungen der Städte und Fesseln der Freundschaft seien. Hermes fragte also Zeus, auf welche Weise er den Menschen die Achtung und das Recht geben solle:
" Soll ich auch diese zuteilen, wie die Künste verteilt wurden oder soll ich sie auf alle verteilen?" - "Auf alle", sagte Zeus, "und alle sollen Anteil haben, denn Städte könnten nicht entstehen, wenn nur wenige von ihnen Anteil hätten wie an den anderen Künsten. Und stelle wenigstens ein Gesetz von mir auf den, der nicht imstande ist an Achtung und Recht Anteil zu haben, zu töten wie eine Krankheit der Stadt."

Sein größter Feind
Nachdem Anacharsis von irgendjemand gefragt worden war, was den Menschen feindlich sei, sagte er: "Sie sich selbst."

Kantharos - Übersetzung Lektion 41 - Sokrates über seinen Prozeß (Platon)

S: Ich werde nämlich beurteilt werden, wie bei kleinen Kindern ein Arzt wohl verurteilt werden könnte, wenn ihn ein Koch anklagt. Betrachte nämlich, wie ein solcher Mensch, nachdem er bei diesen ergriffen worden wäre sich verteidigen könnte, wenn irgendeiner ihn anklagte, indem er sagte: "Ihr Kinder, dieser Mann da hat euch viele schlimme Dinge angetan und er verdirbt die Jüngsten von euch indem er schneidet, brennt und sehr bittere Tränke anbietet; nicht wie ich, der ich euch viele angenehme Dinge servierte."
Was glaubst du dass der Arzt, der einzeln vorgenommen wurde, in diesem Unglück sagen könnte? Oder wenn er die Wahrheit sagte: "Alle diese Dinge habe ich getan, Kinder, zur Gesundheit". Was glaubst du, wie laut solche Richter aufschreien würden; etwa nicht laut?
K: Vielleicht, es ist wenigstens nötig, dass man es glaubt.
S: Glaubst du nicht, dass er sich in einer völligen Ratlosigkeit befände, was er sagen solle?
K: Allerdings.
S: Auch ich weiß freilich, dass ich ein derartiges Leid erfahren könnte, wenn ich ins Gericht ginge.

Kantharos - Übersetzung Lektion 40 - Eine schwere Entscheidung (Xenophon)

Die Lakedaimonier schickten Epikydidas zu Agesilaos. Nachdem er angekommen war, führte er aus, wie es sich verhalte und dass die Stadt ihm auftrage, der Vaterstadt möglichst schnell zu Hilfe zu eilen.
Nachdem er dies gehört hatte, ärgerte sich Agesilaos, weil er darüber nachdachte, welchen Ehrungen und Hoffnungen er beraubt sei, dennoch aber rief er die Bundesgenossen zusammen und dann machte er ihnen die über die Stadt gegebenen Befehle klar und sagte, dass es nötig sei der Vaterstadt zu helfen.

Wünsche und Gebete
Briefschluss
Es möge dir gut gehen und du mögest immer Derartiges schreiben.

Auf einem Weinkrug
Trinke. Durste nicht. Du mögest leben.

Vernünftiger Wunsch
Mir geschehe nicht, was ich will, sondern was mir nützt.

Beim Gelage
Wenn ich doch einen schöne Leier aus Elfenbein würde und schöne Knaben mich zu einem dionysischen Tanz trügen.

Den Nymphen geweiht
Dieses Heiligtum ist den Nymphen geweiht. Möge ihnen der Ort am Herzen liegen, ja möge ihnen etwas daran liegen, dass aus Quellen nicht versiegende Wasser fließen.